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Haftungsrechtliche Trichotomie des Zivilrechts


Haftungsrechtliche Trichotomie des Zivilrechts

•  Sorgfaltspflichtverletzung, Schaden und Kausalität
• 
Haftungsrechtliche Zurechnungsnorm des § 276 Abs. 2 BGB
• 
„Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht läßt.“
• 
Gilt für vertragliche Leistungsstörung (§ 280 Abs. 1 S. 1 BGB) und Delikt (§ 823 Abs. 1 BGB)

Folie 001

Kernfelder der Tätigkeit des Arzthaftungsrechtlers (Teil 1)
• 
Schaden
• 
Sorgfaltspflichtverletzung
• 
Kausalität als Verknüpfung zum Schaden
• 
Ergo: Rechtlich-medizinische Konglomerate des Fahrlässigkeitsbegriffes nach § 276 Abs. 2 BGB

Folie 002

Kernfelder der Tätigkeit des Arzthaftungsrechtlers (Teil 2)
• 
Rechtlich: Objektiver gruppentypischer Haftungsstandard
• 
Medizinisch: Aktueller medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnisstand unter Berücksichtigung praktischer Erfahrung und professioneller Akzeptanz, gewonnen aus Forschungsergebnissen, Lehrmeinungen und Expertenkommissionen

Folie 003

Quellen des medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisstandes
• 
Rechtsquellen
• 
Richtlinien
• 
Leitlinien

Folie 004

Rechtsquellen des medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstandes (SGB V)
•   
§ 72 Abs. 2 i.V.m §§ 92 Abs. 8, 82 Abs. 1 (Vorgabe für Verträge in der vertragsärztlichen Versorgung)
•   
§ 92 Abs. 1 S. 1 (allgemeine Vorgabe für RL zu Verord-nungs- und Leistungsausschlüssen/-einschränkungen)
•   
§ 92 Abs. 1 S. 2 (spezifische Vorgaben für RL zur ärztlichen Behandlung etc.)
•   
§§ 135 Abs. 1, 137c Abs. 1, 138 (Bewertung von Unter-suchungs- und Behandlungsmethoden)
•   
§ 137f Abs. 2 (Empfehlungen für unter Berücksichtigung von evidenzbasierten Leitlinien oder nach der besten verfügbaren Evidenz)

Folie 005

Richtlinien des medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisstandes (Bundesausschuß, § 92 SGB V)
•   
Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung („Mutterschafts-Richtlinien“)
•   
Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres („Kinder-Richtlinien“)

Folie 006

Richtlinien des medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisstandes (Bundesärztekammer)
• 
Richtlinien zur pränatalen Diagnostik von Krankheiten und Krankheitsdispositionen
• 
Richtlinien zur prädiktiven genetischen Diagnostik
• 
Erklärung zum Schwangerschaftsabbruch nach Pränataldiagnostik

Folie 007

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Schwangerschaft Teil 1)
•   
Leitlinien Gynäkologie und Geburtshilfe - Die ärztliche Betreuung der schwangeren Diabetikerin
•   
Index Leitlinien Gynäkologie/Geburtshilfe
•   
Leitlinien Gynäkologie + Geburtshilfe -Kontrazeption bei Frauen mit Diabetes mellitus Leitlinien Gynäkologie und Geburtshilfe - Ultraschalluntersuchung bei Frühschwangerschaft Leitlinie Diabetologie/Gynäkologie: Gestations-diabetes

Folie 008

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Schwangerschaft Teil 2)
•   
Leitlinien Gynäkologie + Geburtshilfe -Urogynäkologie
•   
Leitlinie Empfehlungen zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIV-exponierten Neugeborenen
•   
Leitlinien Gynäkologie und Geburtshilfe -Doppler-Sonographie in der Schwangerschaft
•   
Leitlinien Gynäkologie und Geburtshilfe - Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Folie 009

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Schwangerschaft Teil 3)
• 
Leitlinie Neonatologie - Betreuung Neugeborener diabetischer Mütter
• 
Leitlinien Gynäkologie - Infektionsdiagnostik und Infektionsprophylaxe bei assistierter Reproduktion
• 
Leitlinien Gynäkologie + Geburtshilfe -Chlamydia trachomatis-Infektion in der Schwangerschaft

Folie 010

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Schwangerschaft Teil 4)
•   
Leitlinien Gynäkologie + Geburtshilfe -Empfängnisverhütung
•   
Leitlinie Dermatologie - Proktologische Pharmakotherapie
•   
Leitlinien Gynäkologie + Geburtshilfe - Parto-gramm
•   
Leitlinien Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe - Psychosomatisch orientierte Diagnostik und Therapie bei Fertilitätsstörungen

Folie 011

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Schwangerschaft Teil 5)
• 
Leitlinien - Anmeldung
• 
Leitlinien Gynäkologie + Geburtshilfe -Intracytoplasmatische Spermieninjektion zur Behandlung einer Sterilität
• 
Leitlinie Sozialpädiatrie und Jugendmedizin: Störungen der frühen Eltern-Kind-Beziehungen

Folie 012

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Schwangerschaft Teil 6)
• 
Leitlinien Diabetes: Diabetes mellitus Typ 2
• 
Leitlinien Gynäkologie + Geburtshilfe -CTG während Schwangerschaft und Geburt

Folie 013

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Pränataldiagnostik Teil 1)
•   
Leitlinien Kinderheilkunde/Neuropädiatrie: Kongenitale Myopathien
•   
Leitlinien Humangenetik - Zytogenetische Labordiagnostik
•   
Leitlinien Gynäkologie und Geburtshilfe - Ultraschalldiagnostik in der Schwangerenvorsorge
•   
Leitlinien Humangenetik - Cystische Fibrose

Folie 014
Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Pränataldiagnostik Teil 2)
•   
Kindliche Stoffwechselkrankheiten: Mitochondriopathien
•   
Leitlinie Ahornsirupkrankheit (MSUD)
•   
Leitlinien Humangenetik - fra(X)Syndrom
•   
Leitlinien: Pankreatitis
•   
Leitlinien Kinderheilkunde/Neuropädiatrie: Abklärung und Behandlungsmöglichkeiten bei Ataxien

Folie 015
Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Pränataldiagnostik Teil 3)
• 
Leitlinien: Empfehlungen für die strukturellen Voraussetzungen der perinatolo-gischen Versorgung in Deutschland
• 
Leitlinien Kindliche Stoffwechselkrankheiten
• 
Leitlinien Kinderheilkunde - Neuropädia-trie: Progressive Muskeldystrophien (Kurzfassung)

Folie 016
Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Pränataldiagnostik Teil 4)
• 
Leitlinien Humangenetik - Muskeldystrophien Duchenne und Becker
• 
Leitlinie Kindliche Stoffwechselkrankheiten: Organoacidopathien
• 
Leitlinien Kindliche Stoffwechselkrankheiten: Angeborene Stoffwechselkrankheiten
• 
Leitlinie Congenital Disorders of Glycosylation (CDG)

Folie 017

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Pränataldiagnostik Teil 5)
• 
Leitlinie Neurologie: Mitochondriale Erkrankungen
• 
Leitlinien: Humangenetik - Hereditäre Hämochromatose
• 
Leitlinien Gynäkologie + Geburtshilfe -Diagnostik und Therapie des wiederholten Spontanabortes (WSA)
• 
Leitlinie Pädiatrische Onkologie/Hämatolo-gie: Thalassaemie

Folie 018

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Geburt Teil 1)
• 
Leitlinien Gynäkologie und Geburtshilfe -Partogramm
• 
Leitlinien Gynäkologie + Geburtshilfe - AG Medizinrecht
• 
Leitlinien Gynäkologie und Geburtshilfe -Vorzeitiger Blasensprung
• 
Leitlinie Chirurgie: Geburtsbedingte Armplexusparesen

Folie 019

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Geburt Teil 2)
•   
Leitlinien Gynäkologie und Geburtshilfe -Anwesenheit der Väter bei Sectio caesarea
•   
Leitlinie Neonatologie - Betreuung Neugeborener im Kreißsaal
•   
Leitlinien Geburtshilfe - Neonatologie: Streptokokken der Gruppe B
•   
Leitlinien-Anmeldung

Folie 020

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Geburt Teil 3)
• 
Index-Leitlinien Gynäkologie -Geburtshilfe
• 
Leitlinien Gynäkologie + Geburtshilfe -Geburt bei Beckenendlage
• 
Leitlinien Gynäkologie und Geburtshilfe -Zusammenarbeit von Arzt und Hebamme in der Schwangerschaft

Folie 021

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand

•   Leitlinie Gynäkologie + Geburtshilfe -Beratungs- und Aufklärungspflichten bei Schwangerenbetreuung und Geburtshilfe
•   Leitlinien Gynäkologie und Geburtshilfe -Geburtsleitung bei Zustand nach Kaiserschnitt
•   Leitlinie Kinder-Jugend-Psychiatrie: Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität

Folie 022             

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand

(Geburt Teil 4)

•  Leitlinien Gynäkologie + Geburtshilfe -Antimykotische Therapie der vaginalen Hefepilz-Kolonisation von Schwangeren
•  Leitlinien Geburtshilfe - Neonatologie:
•  Leitlinie Neonatologie - Betreuung Neugeborener diabetischer Mütter
•  Leitlinien Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie: Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen

Folie 023

Leitlinien für den medizinischwissenschaftlichen Erkenntnisstand (Geburt Teil 5)
•  Leitlinien Gynäkologie und Geburtshilfe -Prostaglandine in der Geburtshilfe
•  Leitlinie Neonatologie - Bakterielle Infektionen bei Neugeborenen

Folie 024
 
„Mutterschafts-Richtlinien“ (Teil 1)
•  Ziel der ärztlichen Schwangerenvorsorge ist die frühzeitige Erkennung von Risikoschwangerschaften und Risikogeburten
•   Durch die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung sollen potentielle Gefahren für Leben und Gesundheit von Mutter und Kind abgewendet sowie Gesundheitsstörungen rechtzeitig erkannt und therapiert werden

Folie 025             

„Mutterschafts-Richtlinien“ (Teil 2)
•   Nach Feststellung der Schwangerschaft soll die Erstuntersuchung frühzeitig erfolgen
•  Sie umfaßt: Familienanamnese, Eigenanamnese, Schwangerschaftsanamnese, Arbeits- und Sozialanamnese
•  Allgemeinuntersuchung: gynäkologische Untersuchung, Blutdruckmessung, Feststellung des Körpergewichts, Untersuchung des Mittelstrahlurins auf Eiweiß, Zucker und Sediment, Hämoglobinbestimmung sowie Zählung der Erythrozyten

Folie 026             

„Mutterschafts-Richtlinien“ (Teil 3)
Die nachfolgenden Untersuchungen im Abstand von jeweils vier Wochen umfassen die Gewichtskontrolle sowie die Blutdruckmessung, ferner die Untersuchung des Mittelstrahlurins auf Eiweiß, Zucker und Sedimente, schließlich die Hämoglobinbestimmung und die Zählung der Erythrozyten

Folie 027             

„Mutterschafts-Richtlinien“ (Teil 4)
Hinzu kommen: Kontrolle des Standes der Gebärmutter (Fundus), Kontrolle der kindlichen Herzaktionen sowie Feststellung der Lage des Kindes

Die Schwangerschaft wird von einem Ultraschall-Screening begleitet, die drei Untersuchungen erfolgen zwischen der 9. und 12. SSW, zwischen der 19. und 22. SSW, zwischen der 29. und 32. SSW

Folie 028             

„Mutterschafts-Richtlinien“ (Teil 5)
•   Das Ultraschall-Screening dient der Überwachung mit folgenden Zielen: Bestimmung des Gestationsalters, Kontrolle der somatischen Entwicklung des Feten, Suche nach auffälligen fetalen Merkmalen, frühzeitiges Erkennen von Mehrlingsschwangerschaften
•   Erkennen und Überwachen der Risikoschwangerschaften und Risikogeburten

Folie 029             

„Mutterschafts-Richtlinie“ (Teil 6)
Erhöhtes Risiko für Leben und Gesundheit von Mutter oder Kind sind: Maternale Allgemeinerkrankungen an Niere und Leber sowie erheb-iche Adipositas, Zustand nach Aborten, Frühgeburten oder Sterilitätsbehandlung, totgeborenes oder geschädigtes Kind, vorausgegangene Entbindungen von Kindern über 4.000 g Gewicht, hypotrophen Kindern, Mehr-linge, Zustand nach Uterusoperationen, Komplikationen bei vorangegangenen Entbindungen (Placenta praevia, Placenta präcox, Gerinnungs störungen, Thromboembolien), Erstgebärende unter 18 oder über 35 Jahren, Mehrgebärende ab 40 Jahren

Folie 030             

„Mutterschafts-Richtlinie“ (Teil 7)
Schwangerschaftsbefunde mit Risiko für Mutter und Kind: EPH-Gestose, erhöhte Eiweißausscheidung, Ödeme oder Gewichtszunahme von mehr als 500 g in der Woche, Anämie, Diabetes mellitus, uterine Blutunen, Blutgruppen-Inkompatibilität (Prophylaxe des Morbus haemolyticus fetalis), Diskrepanz zwischen Uterus- bzw. Kindsgröße und Schwangerschaftsdauer, drohende Frühgeburt (Zervixinsuffizienz), Mehrlinge, pathologische Kindslagen, Überschreitung des Geburtstermins

Folie 031             

„Mutterschafts-Richtlinie“ (Teil 8)
Risikoschwangerschaften geben Veranlassung zu folgenden Untersuchungen: Ultraschall-Untersuchungen (Sono-graphie), tokographische Untersuchungen, kardiotokographische Untersuchungen (CTG), Amnioskopien,Amniozentese, transzervikale Gewinnung von Chorionzottengewebe

Folie 032             

„Mutterschafts-Richtlinien“ (Teil 9)
Serologische Untersuchungen und Maßnahmen während der Schwangerschaft: Lues-Suchreaktion, Röteln, HIV, Antikörper-Suchtest, Bestimmung der Blutgruppe sowie des Rhesus-Faktors

Folie 033             

„Kinder-Richtlinien“ (Teil 1)
•  Störungen in der Neugeborenenperiode (Früh- oder Mangelgeburt, Übertragung, Asphyxie, schwere Hyperbilirubinämie, intrauterin/perinatal erworbene Infektionen
•  Angeborene Stoffwechselstörungen: Mucoviscidose
•  Endokrine Störungen (Rachitis, Diabetes mellitus, Hypothyreose)

Folie 034             

„Kinder-Richtlinien“ (Teil 2)
•  Entwicklungs- und Verhaltensstörungen: Dystrophie, Minderwuchs, Fettsucht, kognitiver Entwicklungsrückstand, Verhaltensstörungen, Störungen der motorischen Entwicklung
•  Nervensystem: cerebrale Bewegungsstörungen (Koordinationsstörungen, Cerebralparesen)

Folie 035             

„Kinder-Richtlinien“ (Teil 3)
•   Fehlbildungen des ZNS (Spina bifida und Hydro-cephalus), Anfallsleiden, neuromuskuläre Erkrankungen und periphere Lähmungen
•  Sinnesorgane: hochgradige Sehbehinderung, Blindheit, Schielkrankheit, Hörbehinderung, Gehörlosigkeit, Ohrerkrankungen, Sprachstörungen und Sprechstörungen, Fehlbildungen im Bereich von Zähnen, Kiefer und Mundhöhle, Fehlbildungen des Herzens und kardiale Dysfunktionen

Folie 036             

„Kinder-Richtlinien“ (Teil 4)
Skelett und Muskulatur: Hüftgelenksanomalien wie Hüftdysplasie, multiple Fehlbildungen einschließlich chromosomaler Aberrationen wie Down-Syndrom =Trisomie 21

Folie 037             

„Kinder-Richtlinien“ (Teil 5)
•  Neugeborenen-Erstuntersuchung (U1)
•  Zeitpunkt unmittelbar nach Vollendung der Geburt
•  Arztpflicht, nur ausnahmsweise Hebamme zuständig
•  Ziel: lebensbedrohliche Zustände erkennen und augenfällige Schäden feststellen, ggfl. sofortige Therapiemaßnahmen einleiten

Folie 038             

„Kinder-Richtlinien“ (Teil 6)
Beobachtung von Hautkolorit, Atmung, Muskeltonus, Reflexe beim Absaugen, Herzschläge, Asphyxie-Index (Apgar-Score), Gelbsucht, Ödeme, Geburtsreife, Mißbildungen

Folie 039             

Richtlinien zur Pränataldiagnostik
Ziele: Erkennung von Störungen der embryonalen und fetalen Entwicklung, Ermöglichung optimaler Behandlung der Schwangeren und des Fetus Umfang der Pränataldiagnostik bei erhöhtem Risiko: nicht invasive Methoden wie mikrobiologische Untersuchungen aus dem Blut der Schwangeren, gezielte Sonographie, Röntgen-diagnostik und Magnetresonanztomographie, invasive Methoden wie Chorionzotten- und Plazentabiopsie, Amniozentese, Chordozentese, Organbiopsie, Embryo-/Fetoskopie

Folie 040             

Partogramm (Teil 1)
•   Funktionen der Dokumentation des Geburtsverlaufs
•  Gedächtsnisstütze für den behandelnden Arzt
•   Informationsquelle für mitbehandelnde Ärzte, Hebammen und Pflegekräfte
•   Informationsquelle für die Patientin über den Geburtsverlauf
•   Informationsquelle für Dritte (Gutachter, Krankenkassen, Gericht)

Folie 041               

Partogramm (Teil 2)
•  Die Dokumentation des Geburtsverlaufs erfolgt klassisch-handschriftlich
•  Ergänzungen der manuellen Dokumentation geschehen durch: CTG (Cardio-Toko-Gramm), eventuelle Operationsberichte, Eingaben in das klinikübliche Programm der Qualitätssicherung

Folie 042             

Partogramm (Teil 3)
•  Wichtiger Bestandteil des Partogramms ist die Cardio-Toko-Graphie (CTG-Registrie-rung)
•  Jedes CTG soll vom Arzt abgezeichnet werden
•  Der Arzt soll sich auf eine Diagnose festlegen: „pathologisch“, „suspekt“, „unauffällig“ oder „Wiederholung“ (wenn technisch mangelhaft)

Folie 043             

Partogramm (Teil 4)
•  Jedes CTG muß den Namen der Patientin sowie Datum und Uhrzeit wiedergeben
•   Die Beurteilung des Neugeborenen erfolgt nach
•  Apgar-Wert
•   pH-Wert
•  Gewicht
•   Länge
•   Kopfumfang

Folie 044             

Partogramm (Teil 5)
•   Die Erstuntersuchung, nach Datum und Uhrzeit festgehalten, gibt folgende Befunde wieder:
•  Wehentätigkeit, Schmerzen, Muttermundseröffnung, Höhenstand des vorangegangenen Teils, Lage und Haltung des Kindes, geschätztes Kindsgewicht
•   Fruchtblase, Fruchtwasser nach Abgang und Färbung
•  Aufnahme-CTG (normal, suspekt, pathologisch)
•   Blutdruck und Puls

Folie 045             

Partogramm (Teil 6)

•   Dokumentation des Geburtsverlaufs:
•  Alle erhobenen Befunde sind zeitgerecht zu dokumentieren und durch Unterschrift zu bestätigen
•   Erfaßt werden müssen auch Anordnungen und Maßnahmen wie Herbeiziehung eines übergeordneten Arztes, Eintreffzeitpunkt des hinzugezogenen Arztes, Gabe von Medikamenten und Infusionen, besondere Lagerung der Gebärenden

Folie 046             

Wiederkehrende tottoi Gynäkologisch-geburtshilfliche

Haftung (Teil 1)
•  Beginn der Erkrankung des Kindes vor und nach der Geburt
•  Spätmanifestationen von Störungen des kindlichen ZNS
•  Präpartal entstandene Erkrankungen (Fehl- und Mißbildungen, Früh- und Mangelgeburt, Übertragung des Fötus, Gestosen - Präeklampsie und Eklampsie -
•  Postnatale Erkrankungen

Folie 047             

Wiederkehrende tottoi Gynäkologisch-geburtshilfliche

Haftung (Teil 2)
•  Ursachen der Erkrankung des Kindes unabhängig vom Zeitpunkt der Entbindung und den dabei angewandten Methoden
•  Verspätete Sectio
•  Verspätet anwesender Arzt
•  Vaginal-operative Entbindung aus Beckenmitte
•  Vaginale Entbindung mit Saugglocke und Zange

Folie 048             

Wiederkehrende tottoi Gynäkologisch-geburtshilfliche

Haftung (Teil 3)
•  Sonographie und Biometrie der Schwangerschaft
•  Probleme geburtshilflicher Analgesie bei PCB und PDA
•  Zeit zwischen Indikationsstellung zur Sectio und operativer Entbindung (E-E-Zeit)

Folie 049             

Probleme der Organisation
•  Operationsbereitschaft
•  Operations- und Entbindungsräume auf verschiedenen Stockwerken
•  Organisationsverschulden
•  Übernahmeverschulden
•  Zwei Notoperationen zur selben Zeit
•  Andere Organisationsprobleme

Folie 050             

Ursachen der Erkrankung des Kindes gegliedert nach Krankheitsgruppen

•  Übertragung, Geburtseinleitung, programmierte Geburt
•  Lageanomalien: Beckenendlage und Querlage
•  Anomalien im Bereich der Plazenta: Vor zeitige Lösung der Plazenta, Plazentainsuffizienz
•  Anomalien im Bereich der Nabelschnur

Folie 051             

•  Protrahierte Geburt
•  Makrosomie
•  Plexuslähmung: Schulterdystokie, Plexus lähmung bei Beckenendlage, Plexuslähmung nach Zangenentbindung, Probleme der kindlichen Herzfrequenz, Bradykardie, eingeschränkte Oszillation (silentes CTG, Zwillingsgeburt)

Folie 052             

Erkrankungen, Komplikationen und Störungen bei der Mutter im Zusammenhang mit einer Sectio

•   EPH-Gestose
•   Mütterlicher Schock
•  Sepsis post sectionem
•  Thrombose und Schnittentbindung
•   Pseudoobstruktion des Darms (Peritonitis)
•   Maternaler Exitus nach Fehlintubation
•   Uterusruptur
•   Fruchtwasserembolie
•   Harnleiterkomplikationen

Folie 053             

Perinatale Schäden: Ursachen und Folgen
Medizinisches Grundlagenwissen zur Bearbeitung von Geburtsschäden

Folie 001

Überwachungsmaßnahmen der frühen Schwangerschaft
•  Anamnese, allg. Befunde, Schwangerschaftsrisiken
•  Beratung über Ernährung, Medikamente, Berufstätigkeit, Reisen, Sport
•  Risikoberatung (Diabetes, Früh-/Fehl-geburten)
•  Krebsfrüherkennungsuntersuchung
•  Terminsbestimmung, letzte Regelblutung, Konzeptionstermin, Entbindungstermin

Folie 002

Geburtstermin
Naegele-Regel: Geburtstermin:

1. Tag der letzten Menstruation – 3 Monate + 7 Tage + 1 Jahr

Beispiel:
26.11.2005 – 3 Monate + 7 Tage + 1 Jahr = 02.09.2006

Folie 003

Schwangerschaftsdauer
•  üblicherweise 40 Wochen
•  Bezeichnung z.B. 24 + 3 SSW

Folie 004

Vorsorgeuntersuchungen
•  Blutdruck
•  Urin
•  Hämatologische Kontrolle
•  Infektionsscreening
•  Sonographie von Fruchtwasser und Plazenta
•  Doppler-Sonographie
•  CTG

Folie 005

Schwangerschaftserkrankungen
1) Schwangerschaftsinduzierte Erkrankungen
2) Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen

Folie 006

Schwangerschaftsinduzierte
Erkrankung
arterielle Hypotonie:
-> führt zur Minderperfusion der Plazenta

Risiken:
-  erhöhte fetale Mortalität
-  Frühgeburt
-  Wachstumsretardierung

Folie 007

Sonderform
Vena-cava- Syndrom

In Rückenlage:
-> Druck des schwangeren Uterus auf untere Hohlvene
-> Verminderung des venösen Rückstroms zum Herzen
-> Verminderung Herz-Zeit-Volumen
-> Verminderung der peripheren Durchblutung

Folie 008

Gestationsdiabetes = Glukosestoffwechselstörung unterschiedlicher Ausprägung, die erstmals in der Schwangerschaft auftritt bzw. erkannt wird

Folie 009

Risiken
Mutter:
•    Verschlechterung der diabetischen Stoffwechsel lage
•    Anfälligkeiten ggü. Harnwegsinfekten
•    erhöhte Sectiofrequenz

Fetus:
•     Störung der Frühentwicklung
•    diabetische Fetopathie
•     Polyhydramnion
•     Plazentainsuffizienz
•     Frühgeburt
•     Makrosomie
•    verminderte Belastbarkeit sub partu
•     postpartale Stoffwechselprobleme
•    Atemnotsyndrom

Folie 010

Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen
•  Präeklampsie
•  Eklampsie
•  HELLP-Syndrom

Folie 011

Präeklampsie
•  früher: EPH-Gestose
•  Vorstufe der Eklampsie
•  schwangerschaftsbedingte Hypertonie mit Ausscheidung von Eiweiß (Proteinurie) über den Urin

Folie 012

Risiken
•  Plazentainsuffizienz
•  Plazentainfarkte
•  Wachstumsretardierung
•  vorzeitige Plazentalösung
•  Frühgeburt

Folie 013

Eklampsie
-> schwerste Form der Präeklampsie
= schwangerschaftsbedingtes Auftreten von tonisch-klonischen Krämpfen mit/ohne Bewußtseinsverlust

Folie 014

Risiken
Mutter:
•  akute Lebensgefahr durch Aspiration, Laryngospasmus, Atemstillstand
•   intrazerebrale Blutungen-> Hirnschädigung
•  Schädigung Leber, Niere, Plazenta

Fetus:
- extreme Frühgeburt
- vorzeitige Plazentalösung
- Mortalität

Folie 015

HELLP-Syndrom
•   H = hemolysis (Hämolyse; Zerstörung von Erytrozyten)
•   EL = elevated liver enzyms
•   LP = low platelets
•   seltene, schwere Variante der Präeklampsie
•   klinisches Leitsymptom: rechtseitiger Oberbauchschmerz
•   Zeichen einer Präeklampsie (Proteinurie, Hypertonie) können fehlen
•   Thrombozytopenie (< 150.000/i|l)
•   ! Wiederholungsrisiko!

Folie 016

Risiken
Mutter:
- Mortalität
- vorzeitige Plazentalösung
- intracranielle Blutungen
- Leberruptur
- Niereninsuffizienz

Fetus:
- Mortalität
- Frühgeburt

Folie 017

Pathologien der Schwangerschaft
•  früher vorzeitiger Blasensprung
•  intrauterine Wachstumsretardierung
•  Frühgeburt
•  plazentabedingte Komplikationen

Folie 018

(Früher) vorzeitiger Blasensprung
Ruptur (= zerreißen) der fetalen Membranen (Eihäute) vor Einsetzen regelmäßiger Wehentätigkeit unabhängig von Schwangerschaftsdauer mit nachfolgendem Abfließen des Fruchtwassers

1)  rechtzeitiger: am Ende der Eröffnungsphase
2)  vorzeitiger: vor Wehenbeginn
3)  früher vorzeitiger: vor der 37. SSW

Folie 019

Ursachen
•  vaginal aufsteigende Infektion
•   Belastung
•  soziale Faktoren
•  Amniozentese
•   Polyhydramnion
•   Mehrlingsschwangerschaften
•   mangelhafte Abdichtung des unteren Eipols
•  sexuelle Aktivität

Folie 020

Risiken
•   Frühgeburt (30 %) Amnioninfektionssyndrom -> Sepsis!
•  Atemnotsyndrom (RDS = respiratory-distress-syndrome)
•   intraventrikuläre Blutungen
•   pulmonale Hypoplasie
•   Nabelschnurkompression

Folie 021

Amnioninfektionssyndrom (AIS)
= amniotic infection syndrome
->wenn Zervixbarriere überwunden wird und Keime aus dem unteren Genitaltrakt in die Umgebung des unteren Eipols eingebracht werden
->daher keine digitale Untersuchung nach Blasensprung -> Keimverschleppung

Folie 022

Therapie
•  Antibiotika
•  Glukokortikoide (Cortison)
•  Tokolyse (Wehenhemmung)
-> Infektüberwachung

Folie 023

Intrauterine Wachstumsretardierung (IUWR)
•   entsteht infolge intrauteriner Ernährungsstörung
•   Geburtsgewicht ist wichtigstes Beurteilungskriterium, da eine Abweichung vom Normalgewicht eine Zunahme der Morbidität/Mortalität bewirkt

andere Einflüsse:
•   Gestationsalter
•   Geschlecht
•   ethnische Zugehörigkeit
•   maternale Einflüsse

Folie 024

IUWR
Geburtsgewicht < 10. Perzentile = small for date baby nur bei der Hälfte der Kinder bestehen intrauterine Wachstumspathologien

Folie 025

Ursachen einer IUWR (I)
primär fetale Ursachen (ungestörte Versorgung)

1)   endogen
- Fehlbildungen
- Chromosomenanomalien

2) exogen
-     intrauterine Infektionen
-     Strahlenexpositionen

Folie 026

Ursachen einer IUWR (II)
Ursachen infolge gestörter Versorgung

1)    präplazentar
- O2-Mangel
- Mangelernährung
- toxische Einflüsse, Drogen, Nikotin, Alkohol

2) maternale Störungen
- Anämie
- Hypertonie
- Diabetes mellitus

3) plazentar
- Plazenta praeviae
Folie 027

Therapie
•   Es bestehen kaum eine therapeutische Interventionsmöglichkeiten, außer:
•  Ausschalten eventueller Noxen
•   Bettruhe
•   Inanspruchnahme diagnostischer Möglichkeiten!
•   Beeinflussung des neonatalen Outcomes durch Wahl des Entbindungszeitpunktes und intensive perinatale Betreuung!!

Folie 028

Frühgeburt
-  Geburten zwischen 22. und 36. SSW
-  macht 60-70 % der perinatalen Todesfälle aus
-  verursacht in 7 % Spätschäden

Folie 029

Ursachen
•  früher vorzeitiger Blasensprung
•  maternale/fetale Pathologien
•  vorzeitige Wehen

Folie 030

Vorgehen
richtet sich danach, ob nur Wehen bestehen oder bereits Blasensprung stattgefunden hat
-> jedenfalls sofortige Klinikeinweisung!

Wehen: Tokolyse
Blasensprung: in kurzer Zeit Frühgeburt

Folie 031

Imminente oder geplante
Frühgeburt

vorrangiges Ziel:
Vermeidung unreifebedingter Erkrankungen

Therapeutische Möglichkeiten:
1)   antenatale Diagnostik der fetalen Lungenreife
2)   pharmakologische antenatale Reifeinduktion
3)   postnatale Applikation von Surfactant

Folie 032

Atemnotsyndrom = RDS
= respiratory-distress-syndrome

Ursache:
akute pulmonale Erkrankung einer biochemisch, morphologisch und funktionell unreifen Lunge aufgrund Surfactant-mangel

Folie 033

Plazentabedingte Komplikationen
•  Placenta praevia
•  vorzeitige Plazentalösung
•  Plazentainsuffizienz

Folie 034

Plazenta (= Mutterkuchen)

Folie 035

Placenta praevia
= vollständiges/teilweises Anhaften der Placenta im unteren Uterinsegment
= atypische Lokalisation der Plazenta

Symptom:
schmerzlose Blutung vor dem Blasensprung

Folie 036

Plazenta praevia

Folie 037

Risiken
•  Hauptrisiko: starke Blutung -> Hypoxiegefahr des Fetus
•  Frühgeburt
•  Wachstumsretardierung
•  Mortalität (4 - 8%)
•  Cave: Verlegung des Geburtsweges!

Folie 038

Vorzeitige Plazentalösung
= vorzeitige vollständige/teilweise Lösung der normal sitzenden Plazenta

Symptom:
•  in 20% keine äußere Blutung, sondern ausschließlich innere Blutung
•  in 80 % Blutung nach außen und innen

Folie 039

Vorzeitige Plazentalösung

Folie 040

Ursachen exogen:
•  Trauma (Sturz, Stoß)

endogen:
•   inneres Trauma
•   intrauteriner Druckabfall (z.B. Blasensprung)
•   hypertensive Schwangerschaftserkrankungen und damit einhergehende gewebliche Veränderungen am Uterus

Folie 041

Risiken Mutter
Schockzustand mit Kreislaufversagen Tod (0,4 %)

Fetus:
•    Tod (5-10%)

Therapie:
•    bei Verdacht: sofortige KH-Einweisung und Entbindung
•    leichte Verlaufsform: engmaschige CTG und US-Kontrollen
•    mittelschwere/schwere Verlaufsform: Sectio

Folie 042

Plazentainsuffizienz
Ernährungs- und Stoffaustauschbilanz des Feten ist von mehreren Faktoren abhängig:
•  mütterliche Zirkulationsfunktion, insb. Uterusdurchblutung
•  normaler Plazentaaufbau
•  Funktion des fetalen Kreislaufes und Nabelschnurdurchgängigkeit

Folie 043

Risiken
•  Wachstumsretardierung ->small for date baby
•  intrauterine Hypoxie
•  intrauteriner Fruchttod
-> Risikogeburt

Folie 044

Ende Teil I

Regelgerechte Geburt
•  Kreißsaal -> Aufnahmeuntersuchung
•  CTG-Kontrolle
•  Ultraschall und Labor fakultativ

Folie 045

Regelgerechte Geburt

Folie 046

Regelgerechte Geburt

Folie 047

Geburtsstadien
1) Eröffnungsphase:
Zeit vom Geburtsbeginn (Wehenbeginn) bis zur vollständigen Eröffnung des Muttermundes

2) Austreibungsphase:
Zeit von der vollständigen Eröffnung des Muttermundes bis zur Geburt des Kindes

3) Plazentarphase: Lösung und Ausstoßung der Plazenta

Folie 048

Operative Entbindung
Indikation:
wenn weiteres Abwarten mit dem Ziel einer Spontangeburt Risiken für Mutter und Kind bedeutet

•  geburtsmechanische Indikationen
•   kindliche Indikationen
•   mütterliche Indikationen
•  gemischte Indikationen

Folie 049

OP-Methoden
- Methodenwahl anhängig von komplexen, individuellen Konstellationen
•  Sectio (operativ)
•  Zangengeburt (vaginal-operativ)
•  Vakuumextraktion (vaginal-operativ)

Folie 050

Methoden zur Überwachung der Geburt
•  Fetalblutgasanalyse (FBA)
•  Cardiotokographie (CTG)

Folie 051

FBA
•   Messung des pH-Wertes im Blut -> Azidosebestimmung
•   Voraussetzung: eröffnete Fruchtblase + eröffneter Muttermund
•   Indikation:
-   unklares/suspektes CTG
-   Risikoschwangerschaft mit deutlich erhöhtem fetalem Risiko
-   grünes Fruchtwasser -> Mekoniumabgang Problem: Momentaufnahme!

Folie 052

FBA
pH < 7,19 = pathologische Werte
->je kleiner der pH, desto ausgeprägter die Azidose als Zeichen der fetalen Hypoxie

Folie 053

CTG
= CardioTokoGraphie
= Aufzeichnung der fetalen Herzfrequenz und Uterusaktivität
- normale fetale Herzfrequenz (FHF): 120-160 bpm

Folie 054

CTG

Folie 055

Tachykarde Veränderungen
Tachykardie:
= Anstieg der Herzfrequenz auf 160 bpm über Zeitraum von 10 Minuten

schwere Tachykardie:
= Anstieg der Herzfrequenz auf über 180 bpm

Folie 056

Bradykarde Veränderungen
Bradykardie:
= Abfall der Herzfrequenz über 3 Minuten auf < 120 bpm

schwere Bradykardie:
= Abfall der Herzfrequenz über 3 Minuten auf < 100 bpm

Folie 057

Mittelfristige FHF-Veränderungen
Akzeleration: Frequenzbeschleunigung £ 10 Minuten
Dezelerationen: Frequenzverlangsamung bis zu 3 Minuten

Folie 058

Dezelerationen
•  Dip I
•  Dip II
•  Variable
•  Dip 0
•  Prolongierte

Folie 059

Dip I
= frühe Dezeleration
•  zeitgleich zur Wehentätigkeit
•  Abfall der Herzfrequenz um > 20 bpm
•  bei Persistenz über 30 Minuten: Indikation zur Tokolyse sub partu, ggf. FBA

Folie 060

Dipl

Folie 061

Dip II
= späte Dezeleration
•  Frequenzabfall erst nach dem Höhepunkt der Wehe
•  Vorgehen: umgehender Lagewechsel, O2-Gabe, i.v.Tokolyse, evtl. FBA
•  bei Persistenz: Geburtsbeendigung indiziert

Folie 062

Dip II

Folie 063

Variable
= Kombination aus Dip I und II
•  Vorgehen: Lagewechsel, i.v.Tokolyse, O2, FBA (wenn vaginale Geburt angestrebt)
•  bei Persistenz und/oder ungünstigen Zusatzkriterien: Sectio

Folie 064

Variable

Folie 065

Ungünstige Zusatzkriterien

Folie 066

Dip 0
= Spike
= kurzfristiger Frequenzabfall < 30 Sek. unabhängig von Wehentätigkeit

Folie 067

Prolongierte
•  sogn. Badewanne
= tiefe Dezelerationen mit sehr langsamer Erholung über mehrere Minuten
•  Vorgehen: Lagewechsel, Tokolyse, ggf. Volumensubstitution
•  bei Persistenz: umgehende Geburtsbeendigung

Folie 068

Prolongierte

Folie 069

Oszillationsamplitude (=Bandbreite)
=Differenz zwischen niedrigsten und höchsten Umkehrpunkt
•  undulatorisch: Normalbefund (10-25 bpm)
•  saltatorisch > 25 bpm
•  eingeengt: 5-10 bpm
•  silent: < 5 bpm (Weckversuch?)

Folie 070

Oszillation

Folie 071

Notfälle unter der Geburt
• Vorliegen der Nabelschnur
• Vorfall der Nabelschnur
• Nabelschnurumschlingung
• Nabelschnurknoten
• Schulterdystokie
• Intrapartale Asphyxie

Folie 072

Vorliegen der Nabelschnur
= wenn bei stehender Fruchtblase ein Teil der Nabelschnur vor dem führenden Kindsteil liegt

Folie 073

Vorfall der Nabelschnur
= wenn während des Blasensprungs oder danach Nabelschnurschlinge vor dem vorangehenden Kindsteil herausfällt

Folie 074

Nabelschnurumschlingung
•     bei 20% der Entbindungen um Hals, Schulter, Rumpf oder andere Körperteile
•    wenn nicht straff: Versorgung des Kindes wird nicht behindert
•    wenn straff: CTG-Veränderungen

Folie 075

Nabelschnurknoten
•  selten (1-2 %)
•  Gefahr insbesondere bei sehr langer Nabelschnur
-> akute Notfallsituation

Folie 076

Schulterdystokie
->nach Geburt des Kopfes Verhaken der vorderen Schulter vor der Symphyse, so daß weitere Rotation des Kindes unmöglich ist
•  bei 0,15 - 0,6 % der Geburten
•  Geburtsgewicht des Kindes entscheidend ! (Risikofaktor: Diabetes der Mutter)
Folie 077

Risiken
•  Hypoxie
•  Plexuslähmung, Clavikulafraktur ->Schwäche der Schulterabduktion und -supination

! Forensische Aspekte beachten!

Folie 078

Intrapartale Asphyxie
Asphyxie:
= mangelhafte Sauerstoffversorgung der Organe (1-3 %)

Ursachen:
•   mangelhafte O2-Versorgung infolge gestörter uteroplazentarer Perfusion
(z.B. respiratorische Insuffizienz)
•   gestörter Gasaustausch über Plazenta (z.B. Plazentalösung)
•   Störung der Blutzufuhr zum Feten (NS-Komplikationen)

Folie 079

Intrapartale Asphyxie

Ursachen:

Folie 080

Intrapartale Asphyxie
•   Leitbefund idR hochpathologisches CTG
•  weiteres Warnzeichen: grünes Fruchtwasser
•   Indikation zur FBA: pH < 7,20
•   bei sicheren Anzeichen ist sofortiges Handeln geboten -> Sectio
•  Schweregrad hängt von Empfindlichkeit des Fetus ab
•  Schäden reichen von leichten Störungen des Zellstoffwechsels bis zu ausgedehnten Gewebszerstörungen in Organen

Folie 081

Regelwidrigkeiten des Geburtsmechanismus
•  Beckenendlage
•  Querlage
•  Schräglage

Folie 082

Beckenendlage
•  3,5 - 4 % der Geburten
7 verschiedene Formen möglich, z.B.:
•  Fußlage
•  Steiß-Fuß-Lage
•  Steißlage

Folie 083

Beckenendlageformen

Folie 084

Prädisponierende Faktoren (I)
noch nicht erfolgte Wendung:
•  Frühgeburt
•  mangelhafte Vitalität der Frucht (verminderte Kindsbewegungen, Plazentainsuffizienz)

Behinderung der Fruchtwendung:
•  Oligohydramnion
•  Mehrlinge

Folie 085

Prädisponierende Faktoren (II)
abnorme Beweglichkeit des Feten:
•   Polyhydramnion
•   Frühgeburt
•  großes, schlaffes, weites Cavum uteri (Multi-Para)

Störungen des Auffangmechanismus des Kopfes
•  abnorme Kopfform (Hydrozephalus)
•   Placenta praevia

Folie 086

Risiken
•  häufiger Auftreten neurologischer Defizite (meist Ausdruck eines pränatal zustande gekommenen Hirnschadens, 63 %!)
•  Hüftluxationen
•  Fehlbildungssyndrome (2-3 x höher als bei Schädellage) betreffend Organe + ZNS !

Folie 087

Quer-/Schräglage
•  0,5 - 1 % aller Geburten

Geburtskomplikationen:
•  vorzeitiger Blasensprung
•  Arm-/Nabelschnurvorfall
•  Uterusruptur -> Lebensgefahr für Mutter

Folie 088

Querlage/Armvorfall

Folie 089

Betreuung des Neugeborenen
Erstuntersuchung des Neugeborenen (U1):
•  APGAR
•  Blutgasanalyse (BGA) -> pH-Wert

Folie 090

Apgar-Schema

•Kriterium

0 Punkte

1 Punkt

2 Punkte

•Atmung

keine

flach

gut, schreien

•Puls

kein

< 100/min

> 100/min

•Grundtonus

schlaff

wenige

aktiv

(Muskeltonus)

Bewegungen

•Aussehen

blau, blaß

rosa/blau

komplett rosa

•Reflexe

keine

grimassieren

schreien

• Bestimmung nach 1, 5, 10 Minuten (Beispiel: APGAR 9/10/10)
• 8-10 =              lebensfrisch
• 6-7 =                mittelschwere Depression
• 4-5 =                schwere Depression
• 1-3 =                schwerster Depressionszustand
• 0 =                   Tod

Folie 091

BGA
•  Kontrolle erfolgt aus Nabelarterienblut
•  später dann aus Fersenblut
•  pH < 7,20: Azidose
•  pH < 7,10 : Kontrolle innerhalb von 30 Minuten aus Fersenblut

Folie 092

Neugeborenenasphyxie
= 02-Mangel lebenswichtiger Organe

Symptome:
•   Atemdepression
•   Herzfrequenz < 100 bpm
•   schlaffe Muskulatur
•   blaue Hautfarbe
•   weiße Hautfarbe
•   träge Reflexe
-> ausgeprägte Asphyxie, wenn Azidose, niedriger Apgar und pH-Wert gleichzeitig auftreten

Folie 093

Auswirkungen
->Multi-Organ-Versagen ->Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie
•   Folgen können währendder ersten Lebenstage unbemer Atemrhythmusstörungen,Trinkfaulheit, Krampfbereitscha
•  Gehirnschädigung, selbst wenn ausgeprägt, sind in den ersten Lebenswochen bzw. Monaten schwer zu erkennen

Folie 094

Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie
•  Asphyxie fast immer einer hypoxischen Enzephalopathie vorgeschaltet
•  Prognose hängt von Schweregrad und Dauer der Asphyxie ab

Folie 095

Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie
•     Diagnose:
schwere Azidose im Nabelschnurblut

Apgar konstant niedrig funktionelle Beeinträchtigung verschiedener Organfunktionen, z.B. ZNS
•    spezifische Befunde im MRT für Enzephalopathie
•    Aussagen über Zeitpunkt der Schädigung möglich

Folie 096

Infantile Zerebralparese (ICP)
= Schädigung des unreifen Gehirns, die zu einer persistierenden Störung der
Körperhaltung und Bewegung führt
1-3/1000 Geburten

Folie 097

ICP Ursachen:
•  alle Schädigungsmomente, die das unreife Gehirn prä-, peri- oder postnatal treffen
•  während der Schwangerschaft: maternale, plazentare, fetale Störungen->Hypoxie, Medikamente, Alkohol, Infektionen
•  während der Geburt: Frühgeburt, Hypoxie, niedriges Gewicht
•   nach Geburt: Hypoxie, Hirnblutung

Folie 098

ICP
•  Hemiplegie
•  Paraplegie
•  Dystonie oder Ataxie
•  Mischbild
•  unterschiedliche Tangierung des Intellekts

Folie 099

ICP
Kausalitätsnachweis gegeben wenn:
•  Asphyxie schwer und anhaltend
•  Symptome einer mäßigen bis schweren hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie
•  funktionelle Beeinträchtigungen anderer Organe
•  neurologische Symptomatik typisch für Störungen, die nach intrauteriner Asphyxie auftreten

Folie 100

ICP
->Ursachen in 90% der Fälle unbekannt
->nur ca. 10-15 % lassen sich auf hypoxische Phasen während der Geburt zurückführen
->Wahrscheinlichkeit prä-/postnataler Ursachen hoch
->komplizierte Geburt ist kein Risikofaktor, wenn Zeichen der Hirnschädigung fehlen!
->selbst bei völlig normalem Geburtsverlauf und ohne perinatale Risikofaktoren kann sich ICP entwickeln!

Folie 101

Ende Teil II

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Exemplarische Rechtsprechung: Pränataldiagnostik (Teil 1)
•   Aufklärung über das Risiko der Trisomie 21 (Down-Syndrom)
•   OLG Hamm NJW 2001, 3417 (Urt. v. 15.11.2000)
•   Sachverhalt: Der Arzt wies die 37-jährige Schwangere auf die Möglichkeit einer Amniozentese im Rahmen der Pränataldiagnostik hin. Die Schwangere ließ den Test nicht durchführen. Nach der Geburt ihrer Tochter wurde deren Erkrankung an Trisomie 21 festgestellt.
•   Orientierungssätze: Pflicht des Arztes, die Schwangere auf indizierte Pränataldiagnostik hinzuweisen. Keine Pflicht, auf eine interruptio hinzuwirken.

Folie 054             

Exemplarische Rechtsprechung: Pränataldiagnostik (Teil 2)
Schadensersatz wegen fehlerhafter Chromosomenanalyse und unterlassenem Hinweis OLG Celle NJW-RR 2002, 314 (Urt. v. 26.03.2001) Sachverhalt: Der beklagte Gynäkologe mit humangenetischer Zusatzqualifikation führte beim Fruchtwasser eine Chromosomenanalyse durch. Ergebnis: „Unauffällig“. Später wurde das Kind mit einem Down-Syndrom geboren.

Orientierungssätze: Pflichtwidriges Versäumnis des Gynäkologen, auf begrenzte Aussagefähigkeit einer Chromosomenanalyse aus den Fruchtwasserzellen hinzuweisen. Notwendig: Chromosomenanalyse aus Blutlymphozyten des (mongoloiden) Bruders und/oder Chromosomenanalyse des mit dem Bruder chromosonal verwandten Elternteils.

Folie 055             

Exemplarische Rechtsprechung: Pränataldiagnostik (Teil 3)
•   Früherkennung von Schädigungen des Kindes im Mutterleib (hier fehlender Unterarm und fehlende Hand)
•   OLG Hamm NJW 2002, 2649 (Urt. v. 05.09.2001)
•   Sachverhalt: Der Gynäkologe stellte bei den Sono-graphien in der 15., 19. und 23. SSW keine Fehlbildungen des Fötus fest. Die Klage blieb ohne Erfolg.
•   Orientierungssätze: Vom Schutzbereich des Behandlungsvertrages nur solche Schäden umfaßt, die nach Aufklärung der Mutter durch legale interruptio nicht entstanden wären (§ 218a Abs. 2 StGB).

Folie 056             

Exemplarische Rechtsprechung: Pränataldiagnostik (Teil 4)
•   Inhalt des Behandlungsvertrages bei Fehlbildungsdiagnostik
•   KG MedR 2003, 520 (Urt. v. 18.03.2002)
•   Sachverhalt: Arzt übersieht bei Sonographie in der 19. SSW eine offene Spina bifida im lumbosacralen Bereich. KG hat Klage abändernd abgewiesen.
•   Orientierungssätze: Die Neufassung des § 218 StGB hat die interruptio aus embryopathischer Indikation gestrichen. Für einen Schwangerschaftsabbruch aus medizinischen Gründen zum Schutz der Mutter (§ 218a Abs. 2 StGB) im Sinne einer Notlagenindikation kein ausreichender Vortrag.

Folie 057             

Exemplarische Rechtsprechung: Pränataldiagnostik (Teil 5)
Grob fehlerhaft unterlassene Befunderhebung bei Verdacht einer Rötelninfektion während der Schwangerschaft

OLG Karlsruhe VersR 2002, 1426 (Urt. v. 20.06.2001) Sachverhalt: Labordiagnostische Untersuchung des Blutes der Mutter auf Röteln-Antikörper ergab unklares Ergebnis. Arzt veranlaßte eine weitere Untersuchung mit „Kontrolle Röteln AK“, ohne auf die unklaren Ergebnisse der Voruntersuchung hinzuweisen. Kind kam mit schwerer Röteln-embryopathie zur Welt. Arzt verurteilt. Orientierungssätze: Im Rahmen der Pränataldiagnostik war nach den Unklarergebnissen der ersten L
Haftungsrechtliche Trichotomie des Zivilrechts
Als Autor für Beiträge i.S.d. § 55 Abs. 2 RStV verantwortlich:
Sozietät Dr. Oexmann, Rassenhöveler Straße 7, 59510 Lippetal

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Diese Publikation haben wir das letzte mal am Mittwoch, 21. Juli 2010 für Sie aktualisiert.
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